# LUKS-Verschlüsselung **Zusammenfassung**: LUKS (Linux Unified Key Setup) ist der Standard für Festplattenverschlüsselung unter Linux. Der Raspberry PI5 verwendet zwei LUKS2-Container für Datenpartitionen. **Quellen**: `chats/fstab und crypttab.md` **Zuletzt aktualisiert**: 2026-06-16 --- ## Grundlagen LUKS verschlüsselt **ganze Blockgeräte** (Partitionen). Auf dem Raspberry PI5 sind zwei LUKS-Container eingerichtet: | Physisches Device | LUKS-UUID | Mapper-Name | Mountpunkt | |---|---|---|---| | sdb3 | `82550dc2-...` | `encrypt_sdc3` | `/media/piadmin/data` | | sdc3 | `097bccad-...` | `encrypt_data` | `/mnt/data` | ### Schichten-Modell ``` Physische Partition (/dev/sdb3, /dev/sdc3) └── crypto_LUKS (FSTYPE in lsblk) └── LUKS-Header (enthält verschlüsselte Key-Slots) └── Entschlüsseltes Device (/dev/mapper/encrypt_*) └── Dateisystem (ext4) ``` ### LUKS2 Beide Container verwenden **LUKS2** (FSVER = 2 in `lsblk -f`). LUKS2 ist die aktuelle Version mit: - Flexiblerem Header-Format - Besseren Reparatur-Optionen - Unterstützung für mehrere Verschlüsselungsalgorithmen ## Schlüsselverwaltung Ein LUKS-Container kann **bis zu 32 Key-Slots** haben. Jeder Slot enthält einen kopierten Schlüssel, der mit einer Passphrase oder einer Schlüsseldatei entsperrt werden kann. Der Raspberry PI5 verwendet **Schlüsseldateien** statt Passphrasen: | Container | Schlüsseldatei | |---|---| | `encrypt_data` | `/mnt/usb_key/twotb.bin` | | `encrypt_sdc3` | `/mnt/usb_key/onetb.bin` | Vorteil: Die Container können **automatisch beim Boot** geöffnet werden, ohne Passworteingabe. ## Typische LUKS-Operationen - **luksOpen**: Container entschlüsseln → erzeugt Device unter `/dev/mapper/` - **luksClose**: Container schließen → entfernt `/dev/mapper/`-Device - **luksAddKey**: Neuen Schlüssel hinzufügen (für bis zu 32 Key-Slots) - **luksRemoveKey**: Schlüssel entfernen - **luksDump**: Header-Informationen anzeigen Siehe [cryptsetup](./etc/cryptsetup.md) für die genauen Befehle. ## Wichtige Sicherheitshinweise 1. **Schlüsseldateien** physisch sichern – wer sie hat, kann die Container entschlüsseln. 2. **Backup des LUKS-Headers** – bei Header-Beschädigung sind die Daten unwiederbringlich verloren: ```bash sudo cryptsetup luksHeaderBackup /dev/sdX3 --header-backup-file luks-header-backup.img ``` 3. **Schlüsseldatei-Berechtigungen**: Nur root lesbar (`chmod 0400`). 4. **`nofail` in fstab**: Stellt sicher, dass der Boot auch ohne verfügbare LUKS-Container fortfährt. ## Verwandte Seiten - [crypttab](./etc/crypttab.md) – Automatisches Öffnen beim Boot - [fstab](./etc/fstab.md) – Mounten der entschlüsselten Container - [cryptsetup](./etc/cryptsetup.md) – cryptsetup-Befehle im Detail - [systemd-cryptsetup](./etc/systemd-cryptsetup.md) – Boot-Reihenfolge - [persistente-blockgeraete](./persistente-blockgeraete.md) – UUID-Referenzierung